Ich liebe Dich!
Wie finanzieren sich überhaupt Singlebörsen?
05 Jun 2012 Autor:

Heutzutage gibt es Singlebörsen und Partnervermittlungen wie Sand am Meer. Zeitweise scheint es so, als ob es mehr Partnerbörsen als Singles in Deutschland gibt. Schnell kommt der Eindruck auf, als ob das Betreiben einer Singlebörse ein unheimlich lukratives Geschäft ist. Wir wagen innerhalb dieses Artikels einen Blick hinter die Kulissen von Dating-Portalen und erläutern die Unterschiede zwischen den Geschäftsmodellen einer jeden Kontaktbörse.

Im Kern werden wir hierbei auf zwei zentrale Fragen eingehen:

  • Welche Geschäftsmodelle haben sich bei Singlebörsen durchgesetzt?
  • Welche Einnahmen und Ausgaben hat eine (erfolgreiche) Singlebörse?

Die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der Partnerbörsen

Um uns den unterschiedlichen Geschäftsmodellen zu nähern, wollen wir zunächst den Begriff „Geschäftsmodell“ definieren. Ein „Geschäftsmodell“ beschreibt (vereinfacht dargestellt) die Schlüsselfaktoren eines Unternehmens, die das Unternehmen selbst zum profitablen und wirtschaftlichen Erfolg führen. Innerhalb unserer Erläuterung werden wir uns an die Definition von „Stähler“ halten. Hierbei werden folgende Faktoren betrachtet, um das Geschäftsmodell zu beschreiben:

  • Nutzenversprechen
  • Architektur der Wertschöpfung
  • Ertragsmodell

Das „Nutzenversprechen“ beschreibt, welchen Vorteil das Unternehmen seinen Kunden oder auch Partnern verspricht.

Bei der „Architektur der Wertschöpfung“ wird geklärt, welche Leistungen zu erbringen sind, wer daran beteiligt ist und welche Aufgaben jeder Beteiligte wiederum erfüllen muss.

Woher nun die Erlöse des Unternehmens kommen, wird mithilfe des „Ertragsmodells“ beschrieben.

Um die Materie noch greifbarer zu machen, kann man sich drei Fragen stellen, die genau die beschriebenen Faktoren und deren Sinn aufzeigen. Erstens: Was bietet das Unternehmen an? Wie bekommt das Unternehmen es hin, die versprochene Leistung anzubieten? Wie kann das Unternehmen daraus Geld machen?

Regel 1: Kostendeckung

Regel 1: Kostendeckung (Foto:Eric Caballero; Lizenz: cc.by)

Und hier sollte nun bereits eines deutlich geworden sein – besonders aus der letzten Frage. Man wird keine erfolgreiche und bekannte Dating-Plattform finden, die nicht wirtschaftlich-orientiert arbeitet. Als „normaler“ Nutzer muss man sich hierüber zugegebenermaßen keine Gedanken machen. Jedoch ist es erstaunlich, dass auch in einem hoch emotionalen Bereich, wie dem der Singlebörsen und Partnervermittlungen, in denen mit Freundschaft, Liebe, Zuneigung und Vertrauen geworben wird, nur eines zählt: Umsatz & wirtschaftlicher Erfolg.
 

Das Nutzenversprechen der Singlebörsen und Dating-Anbieter

Das Nutzenversprechen ist meist über alle Singlebörsen, Flirt-Portale und Partnervermittlungen hinweg gleich. Singlebörsen existieren, um Menschen zueinander zu führen. Die dabei angewendeten Mechanismen sind zum Teil unterschiedlich, jedoch steht am Ende der Suche bzw. des Versprechens immer das Finden der großen Liebe.
Eine Singlebörse arbeitet meist auch mit unterschiedlichen Partnern zusammen – sei es Werbekunden oder Kooperationspartner. Auch hier muss ein bestimmtes Bedürfnis befriedigt werden – nämlich „Reichweite“. Vereinfacht bedeutet „Reichweite“: Wie viele Kunden bzw. Nutzer kann man mit dem eigenen Angebot erreichen (Anzahl aktive Mitglieder).
 

Die Architektur beschreibt die verschiedenen Stufen der Wertschöpfung

Die sogenannte Wertschöpfungskette im Unternehmen bedeutet nichts anderes, als aus den vorhandenen Ideen und den Mitarbeitern bzw. deren Arbeitskraft Produkte, Funktionen und Dienstleistungen zu erstellen, um damit letztendlich Gewinne zu erwirtschaften. Sie ist sozusagen die Grundmotivation, aus der heraus ein Unternehmen überhaupt betrieben wird.
Im konkreten Beispiel einer Singlebörse wird man sich also fragen, woran die Entwickler und Mitarbeiter genau arbeiten müssen, um die Nutzer entweder zufrieden zu stellen, glücklicher zu machen, zum Verbleib oder zur Wiederkehr auf die Plattform zu bewegen oder den Mitgliedern die kostenpflichtigen Leistungen schmackhaft zu machen.

Vor dieser Aufgabe stehen die Macher der Dating-Portale Tag für Tag – auf der einen Seite das Bedürfnis, Menschen zusammen zu führen. Auf der anderen Seite die Aufgabe, aus den vorhandenen Ressourcen und angebotenen Leistungen ein funktionierendes und gesundes Geschäft zu entwickeln.
 

Es müssen die Kosten gedeckt werden – nur wie?

Ein erfolgreiches Geschäft zu betreiben, kostet Geld – viel Geld. Es müssen Mitarbeiter bezahlt, die Server bestellt als auch gewartet, Werbung geschaltet oder Gewinnspiele finanziert werden. Wenn man nun bedenkt, dass für den erfolgreichen Betrieb einer Singlebörse mindestens eine handvoll Entwickler und Projektmanager, als auch mehrere Vertriebs-Mitarbeiter notwendig sind, kommen monatlich allein an Personalkosten mehrere tausend Euro zusammen. Die Werbebudgets werden zwar im Segment der Singlebörsen als auch Partnervermittlungen in den letzten Monaten etwas zurückgefahren, jedoch kommen hier gerne immer noch pro Anbieter ein- bis zweistellige Millionenbeträge im Jahr zusammen.

Kosten sparen

Kosten sparen (Foto: Tony Crider; Lizenz: cc.by)

Um die entstehenden Kosten zu decken, muss überlegt werden, wofür der Nutzer innerhalb des Dienstes zahlen sollte. Wie viel ist nun aber das Zusammenführen von Menschen wert? Klar – den Traumpartner zu finden und sich zu verlieben, ist sicherlich unbezahlbar. Jedoch begibt sich jeder Nutzer bei Auswahl der Singlebörse zunächst auf eine ungewisse Reise. Kein Anbieter wird zu 100% versprechen können, dass sich der passende Partner in seiner Dating-Plattform versteckt. Wie kann nun dieser Unsicherheitsfaktor beseitigt werden? Und wie wirkt sich dieser Faktor auf die beim Nutzer entstehenden Kosten aus?

Als Ableitung hieraus ergeben sich verschiedene Modelle, die sich über die Jahre hinweg bei den Singlebörsen durchgesetzt und etabliert haben.
 

Kostenlose Singlebörsen: Alles für lau, dafür aber viel Werbung

Wir erinnern uns an das „Nutzenversprechen“ gegenüber den tatsächlichen Mitgliedern der Plattform und der Partner. Anbieter wie zum Beispiel „Finya.de„, „Jappy.de“ oder „Lablue.de“ setzen auf die komplett kostenlose Mitgliedschaft. Finanziert wird der Betrieb in diesem Fall durch Ausspielung von Werbung. Ziel dieser Anbieter muss es sein, die Kunden so lange wie möglich zu halten, viele Seitenaufrufe zu generieren und natürlich den Kunden zur Wiederkehr zu bewegen. Größter Anreiz hierfür: Alle Funktionen sind kostenlos nutzbar!
Die Rechnung ist einfach: Viele Kunden generieren viele Seitenaufrufe, viele Seitenaufrufe verhelfen dem Anbieter mehr Werbung auszuspielen. Und häufige Werbeeinblendungen garantieren höheren Umsatz.

Wer nun glaubt, dass man durch die Einblendung von Werbung reich werden kann, täuscht sich leider – diese Zeiten sind vorbei. Es müssen schon mehrere Millionen Seitenaufrufe zusammenkommen, so dass ein anständiger Betrag in die Kassen der Singlebörsen fließt. Und trotzdem fressen die Betriebs- und Personalkosten den Großteil dieser Einnahmen direkt wieder auf. Es bleibt daher nur wenig Budget für Werbung. Auch wird gerne am Kundenservice gespart, was Sie dann wiederum daran erkennen, dass viele Fakes im Dienst unterwegs sind.

Vorteil: Alle Funktionen kostenlos nutzbar.
Nachteil: Meist viel Werbung und viele unechte Profile – oftmals schlechter Kundenservice
 

Das Abo-Modell – die Flirt-Flatrate

Die Singlebörsen mit dem Fokus auf sich automatisch verlängernde Vertragsverhältnisse setzen auf ein so genanntes „Freemium-Modell„. „Freemium“ bedeutet, dass ein Teil der Plattform komplett kostenlos nutzbar ist. Möchte man jedoch alle Funktionen nutzen (wie z.B. „Nachrichten schreiben“, „alle Bilder ansehen“, etc.), muss man ein Abo bzw. eine Premium-Mitgliedschaft abschliessen. Der Vorteil: Einmal abgeschlossen können alle Funktionen unbegrenzt genutzt werden.

Dieses Modell ist für Singlebörsen sehr viel lukrativer als das werbefinanzierte Geschäftsmodell – birgt jedoch auch seine Gefahren und Schwächen. Singlebörsen mit einem Freemium-Modell haben häufig mit Aktivitäts-Problemen zu kämpfen. Finden sich nicht genügend Nutzer, die bereit sind, monatlich einen fixen Betrag zu zahlen, kippt dieses Modell und die Singlebörse steht vor dem Aus. Jede Dating-Plattform ist auf Mitglieder angewiesen, die Nachrichten schreiben, chatten, flirten und fremde Profile besuchen.

„Freemium“- bzw. Abo-Anbieter sind zum Beispiel „single.de„, „neu.de“ oder auch „FriendScout24.de„.

Vorteil: Einmal zahlen und alle Funktionen nutzen (Flatrate-Flirten).
Nachteil: Meist verlängern sich die Verträge automatisch, um die gewählte Laufzeit.
 

Micro-Payment – Zahlung nach Nutzung

Ein relativ neues Konzept aus der Spiele-Welt findet im Moment verstärkt den Weg in die Singlebörsen. Beim Geschäftsmodell „Micro-Payment“ geht der Nutzer keine langfristigen Verträge ein. Hier muss nur gezahlt werden, wenn man eine ganz bestimmte und vom Mitglied gewählte Funktionen nutzen möchte. Hier wird meist ein definierter Geldbetrag in eine virtuelle Währung umgerechnet (z.B.: Für 10€ erhält man 1000 Punkte). Mit diesen Punkten kann der Nutzer nun entweder Nachrichten versenden (Beispiel: eine Nachricht kostet 100 Punkte), große Profilbilder ansehen (Beispiel: Kosten von 50 Punkten) und so weiter. Anbieter wie z.B. „badoo.com“ oder „zoosk.com“ setzen auf ein solches Modell.

Vorteil: Es wird nur bei tatsächlicher Nutzung gezahlt.
Nachteil: Im Gegensatz zum Abo-Modell sehr teuer. Zudem kann man die auflaufenden Gesamtkosten sehr schnell aus den Augen verlieren.
 

Tipp: Auch wenn Sie nun die Funktionsweise von Singlebörsen und Partnervermittlungen besser verstehen, sollten Sie nicht anhand des Geschäftsmodells entscheiden, welche Singlebörse, Partnervermittlung oder Kontaktanzeigenbörse zu Ihnen passt. Vielmehr sollte zunächst im Vordergrund stehen, auf welcher Plattform Sie sich am wohlsten fühlen und zu jelchem Anbieter Sie eine Vertrauensbasis aufbauen können. Eine Übersicht über die getesteten Singlebörsen, finden Sie auf unseren Seiten.

3 Comments
  1. Ich finde die Website Super! Danke für den coolen Post. Werde auf jeden Fall einen Bookmark setzen.

  2. Ha! Irgendwo muss ja der Hammer hängen. Ist ja klar, nix gibts für umsonst. Bin schon neugierig, ob mein Postfach auch zugemüllt wird. Danke für die Tipps, werde mich bei den anderen auch mal umsehen. Bisher habe ich nur Erfahrungen mit finya gemacht, mal sehen, was die anderen so anbieten.

  3. Also ich finde hier die Auflistung der Varianten und Möglichkeiten, wie sich eine Singlebörse finanziert sehr gut beschrieben und auch nach vollziehbar. Singlebörsen welche nur auf „Lau“ setzen, werden durch Werbung finanziert, der Nutzer wird mit Werbung überschüttet, vile Fakes.
    Es kostet alles seinen Preis, nichts geht umsonst. Am besten finde ich, wenn es schon sein muss, eine monatliche Gebühr ohne automatische Verlängerung. Was soll denn rauskommen, wenn alles zum Nulltarif geht? Die Schwaben Nach einen Monat kann das Mitglied dann entscheiden ob hopp oder topp. haben dafür einen tollen Ausdruck …“ deees ischt nichts reechts..“
    Ich habe sehr gute Erfahrungen mit http://www.dating40.de

Kommentar verfassen

TESTSIEGER „Singlebörsen“

Anmeldung
Kostenlos
Anzahl Mitglieder
Ca. 3.0 Mio.
Durchschnittsalter
25-45 Jahre
Testurteil (8,2/10)

TOP 5 Ranking „Singlebörsen“

8,2 Punkte
8,2 Punkte
7,9 Punkte
7,8 Punkte
7,8 Punkte

SONDERAKTION: Gratis Premium-Zugang

Sichern Sie sich jetzt einen 7-Tage Gutschein für die Premium-Mitgliedschaft bei Single.de! Jetzt zugreifen und losflirten!

Folge uns auf Twitter!


Aktuelle Umfrage

Wie oft treiben Sie (als Single) Sport?

Ergebnis anzeigen

Loading ... Loading ...

Artikel-Empfehlungen

charmed.by hat vor einigen Jahren bereits die Runde gemacht und…

Nachdem wir letzte Woche auf ein Online-Dating News Round-Up verzichtet…

Die kostenlose Singlebörse & Community Jappy erneuert seit dem 12….

Auch in der neuen Kalenderwoche haben wir erneut einige Neuigkeiten…

Anbieter empfehlen / Fragen & Anregungen

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu unserem Angebot? Sie vermissen einen Anbieter?
» info@kostenlose-singleboersen.com